Immer wieder seh ich frühmorgens einige Papierbündel auf den Gehwegen in den Quartieren Berns stehen. Dabei frage ich mich jedesmal wie das mit der Papiersammlung in Grossstädten eigentlich funktioniert!? Bündel auf die Strasse und die Sache ist erledigt?
Bei uns auf dem Land spielt sich das ganze nämlich etwas anders ab. Jeder Haushalt sammelt seine eigenen Altpapierlasten und deponiert diese im Keller oder sonst wo. Zwei oder drei mal im Jahr werden die Familien der Gemeinden angeschrieben. Mit diesem Schreiben erhalten sie ein Datum, an dem die Bündel vor das Haus gestellt werden sollen.
Eingesammelt wird das Papier anschliessend nicht von orange gekleideten Müllmännern (auch nicht von grüngekleideten), sondern von Schulklassen des entsprechenden Ortes. Kleine Gruppen von Schülern machen sich an diesem Tag auf den Weg, um mit einem Rollwägelchen die Papierbündel in deren Wohngebiet einzusammeln. Sind die Wägelchen voll, wird das Ganze zum Bahnhof gefahren und in einen dafür vorgesehenen Eisenbahnwagen verladen. Bis alles eingesammelt ist vergeht gut mal ein Tag an dem die Kinder arbeiten, dafür aber nicht in die Schule müssen.

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Früher durften wir auch immer Papiersammeln gehen. In der 1.Klasse war ich noch so ein kleines und feines Mädchen, dass ich nur die ganz kleinen Bündel heben konnte. Mit Leiterwagen brachten wir das Papier zur Schule, wo ein grosser Container stand.
In Winterthur, wo ich nun lebe, wird das Papier alle 2 Wochen, am gleichen Tag wie der Abfall, von den Männern der Müllabfuhr abgeholt.