Vielen Dank, dass ich heute Morgen durch eine erneute Stellwerkstörung in Münsingen – die dritte diesen Monat – meine erarbeitete Überzeit abbauen konnte. Da ich sowieso nicht wusste, wann ich diese Überzeit beziehen sollte, kam die dreistündige Fahrt zur Arbeit gerade gelegen.

Warum der Schnellzug, mit der Annahme nicht durch Münsingen hindurch fahren zu können, trotzdem in diese Richtung fuhr, konnte ich mir auch während des halbstündigen Wartens in Wichtrach nicht erklären.

Da die Strecke komplett blockiert war, wurden wir etwa sechs Mal vom nervösesten Zugführer aller Zeiten mit den Worten; “Sehr geehrte Fahrgäste. Wegen einer Stellwerkstörung im Bahnhof Münsingen kann dieser Zug leider nicht weiterfahren. Der Zug wird an den Bahnhof Thun zurückbefördert. Dort beachten Sie bitte die entsprechenden Lautsprecherdurchsagen. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis.” bedeckt. Ich weiss, der arme Kerl konnte ja auch nichts dafür. Deshalb muss er uns aber nicht 30 Minuten lang zulabern sondern handeln!

Zurück im Bahnhof Thun warteten wir vergebens auf irgendwelche Lautsprecherdurchsagen. Nach etwa 15 Minuten dann doch ein Zeichen vom Lautsprecher-Sprecher! Auf Gleis 4 fahre angeblich eine S-Bahn die gerade eben, nicht durchfahrmögliche Strecke entlang nach Bern.

Wer die Spanische Brötchen Bahn, eeh ich meine die Schweizerische Bundes Bahn nicht kennt, weiss vielleicht nicht, dass Fahrgäste eines Intercity-Zuges (geschätzte 250 Personen) keineswegs in einen Regionalzug (Platz für etwa 70 Personen) passen, kann sich das Bild aber etwa ausrechnen. Es sah schlimmer aus als ein Kleintransporter mit Masthühnern drin!

Jedenfalls verzichtete ich auf gequetschte Rippen und blaue Flecken und entschied mich für den nächsten Schnellzug. Dieser verkehrte etwa zwanzig Minuten später zwischen Thun und Bern via Belp.

Drei Stunden unterwegs, zwei Stunden zu spät, 1,5 Stunden verpasstes Meeting und 12 Stunden genervtes Verweilen über das konkurrenzloseste Unternehmen der Schweiz!

Zum Glück hatte mein Meister Erbarmen mit den Tücken des schweizerischen Bahnnetzes!

Amen.

18 Antworten zu “Liebe SBB”
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Comments
  1. Fäbu sagt:

    Hehe des isch hert…

    ‘das konkurrenzloseste Unternehmen der Schweiz!’
    Das het huuuere öppis.

    SBB isch so öppis vo scheisse.

    Vilech hesch scho mitbecho dass si itz o z’Läbä de Pändler wei so schwär mi möglech mache, sprich dass de bi ‘Rush-hour-Ziite’ meh für z’fahrbahnbillet zausch…d’schwüüli :)

    greez.

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  2. tcomic sagt:

    Hey bin ich froh, dass ich heute mit dem Auto von Thun nach Bern gefahren bin ;-)

    Aber irgendwie hats die SBB in letzter Zeit wirklich nicht sehr im Griff :-(

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  3. bLubb sagt:

    Wärsch du so früeh wi ig u Liii ufe Zug, wärder das nid passiert =P

    blableblu… aber schisst scho ah he :)

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  4. Anonymouse sagt:

    Hosä du wirsch immer wie besser mit settnigä Textä zvürfassä.

    Lisisch äuä zviu mini Tagesjournal. :P

    Uf jedä fau super gschribä, hätts nid träffender chönnä beschribä.

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  5. SBB sagt:

    Lieber Herr hosae.ch

    Wir entschuldigen uns nocheinmal für die heutigen erlebten Unannehmlichkeiten. Wir haben Verständnis für Ihren Ärger. Sie sagen, dass es schon das dritte Mal in diesem Monat sei. Ja es ist wahr, dass in letzter Zeit vermehrt Stellwerkstörungen aufgetreten sind. Unser Bahnsystem ist nahezu völlig. Wenn wir uns aber mit dem Rest der Welt vergleichn sind wir immer noch Weltmeister in der Pünktlichkeit.
    Wir bitten nocheinmal um Euer Verständnis und weiterhin eine gute Fahrt wünscht Ihnen ihre SBB

    Kundendienst der SBB: Schweizerische Bundesbahnen.

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  6. Pascal sagt:

    *rofl*
    typisch sbb! :D

    ish jiz ousho paar mau vorcho de monet, zwüshe bern, murte und umgekert -.-\"
    nid normau!

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  7. Lee sagt:

    Mis Bileid Hosä. Du weisch ja wie ig überd SBB rede/denke.
    Du heschs atönt, s isch haut eifach es KOnkurenzloses \"Unternehme\" und somit chame d Chunde bschisse und bümsle am Meter ohni das meh muess entschädige und so.
    Ds Velo isch zueverlässiger!

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  8. hosae.ch sagt:

    Vielen Dank für eure Kommentare und das beigesteuerte Beileid :)

    Interessant hier oben ist natürlich der Beitrag von der SBB selber…! Leider kann ich nicht glauben, dass da auch wirklich einer der SBB kommentiert hat, wenn ja wäre es recht peinlich nicht auch den richtigen Namen kund zu geben.

    Einen entscheidenden Punkt hat Fäbu erwähnt, den ich im Beitrag irgendwie vergessen habe. Die SBB will tatsächlich die Aufpreise auf Abonnemente zu Stosszeiten bringen! An den Zeiten morgens und abends wo alle Pendler auf die Arbeit, bzw. von der Arbeit kommen! Das find ich eine Unverschämtheit und ich werde mich mit allen Mitteln gegen diese Idee wehren!

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  9. Dan sagt:

    Finde das nicht so schlimm.
    Es bleibt und ist so! Die SBB ist die beste Bahn Europas!
    Schaut doch mal in andere Länder, dann würdet ihr Nörgeler mal sehen, wie gut eigentlich unsere Bahn ist.
    Ihr motzt da auf sehr hohem Niveau, wisst ihr das.

    AntwortenAntworten
  10. hosae.ch sagt:

    @Dan: Vielen Dank für deinen Beitrag. Auf eine Art hast du recht… Eine Bahn die von so hohem Niveau strahlt sollte auch in Extremsituationen stärke zeigen. Wen ein und das selbe Stellwerk inerhalt eines Monats mehrere Male Probleme macht, sollte eine Bahngesellschaft dieser Klasse auch einmal was unternehmen dagegen. Meinste nicht auch? Ich weiss nicht wie oft du mit dem Zug fährst, wenn man aber darauf angewiesen ist, so auch etwas für die Umwelt tut, genügend dafür Bezahlt sollte nicht noch wenigen Sitzplätzen und erhöhten Billetkosten an Stosszeiten belohnt werden!

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  11. Jeremy sagt:

    Die SBB hat vor einigen Wochen schon bestätigt, das die erwähnten Zuschläge nicht kommen sollen.
    Viel eher soll ein System, ähnlich der Tageskarte ab 9 Uhr, eigeführt werden. Dann fährt man einfach nach 9 Uhr günstiger.
    Nunja, mit den jährlichen Aufpreisen der SBB sind wir dann auch wieder am gleichen Punkt, die Pendler werden abkassiert.
    Aber ich würde sagen, warten wir erstmal ab.
    Ich fahre täglich von Bern nach Basel und erlebe jede Woche eine Verspätung, einen Zugausfall oder sonst irgend ein Problem. Aber irgendwie mag ich die SBB trotzdem. Seit meiner Zeit in Amerika weiss ich die Schweizerische Brötchen Bahn wirklich zu schätzen :)

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  12. Wenni de mis Outo ha, de fahri nüme Zug.
    GA füren Popo..
    Vor allem S2 isch wohl diä schlimmsti Strecki in Bärn.
    Und genau diä bruchä für Schu und Bügu..

    Naja..

    Medic

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  13. Andreas Hobi sagt:

    Auch wenn ich selber ein Bähnler bin (und dann noch Zugbegleiter…): Ich würde mich ebenfalls sehr ärgern, wenn ich gleich zwei, drei Mal in eine ähnliche Störung gerate.

    Nur müsst ihr bedenken, dass das Eisenbahngeschäft EXTREM komplex und von unzähligen Faktoren abhängig ist. Da kommt es dann halt auch immer mal wieder vor, dass etwas nicht so läuft, wie es die Kunden (und übrigens auch die SBB) gerne hätten.

    Natürlich versucht die SBB dann immer, die Auswirkungen (Verspätungen etc.) so gering wie möglich zu halten. Habt ihr euch schon einmal darüber Gedanken gemacht, was im Hintergrund alles geregelt werden muss, wenn eine Strecke unterbrochen und durch Bahnersatz-Busse bedient wird? Habt ihr euch schon gefragt, woher alle diese zusätzlichen Busse plötzlich kommen und wie man so rasch (meistens innert weniger als einer Stunde) diese Busfahrer her nimmt?

    Wenn ihr das nächste Mal in einem Bahnersatz-Bus fährt, denkt daran, dass der Fahrer eventuell noch vor wenigen Minuten zu Hause mit der Verwandtschaft an einer Grillparty sass und seine Liebsten verlassen hat, damit ihr mehr oder weniger pünktlich zu eurem Ziel reisen könnt. ;-)

    So ärgerlich die Verspätungen und Störungen auch sind, ich denke ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass die SBB diese ausserordentlichen Situationen meistens ganz gut meistert. Während andere Bahnen oftmals sagen: “Ist jetzt einfach so, schaut selber, wie ihr weiterkommt”, versucht die SBB, euch so gut wie es nur geht zu helfen.

    Und was die Preisdiskussionen betrifft: Überfüllte Züge sind ein Problem, und es gibt immer mehr von diesen Zügen. Preissenkungen für Pendler würden diese Probleme nur verschärfen, also wäre dies keine Lösung. Wenn es irgendwie möglich ist, werden Züge verlängert oder Verstärkungszüge in den sonst schon extrem dichten Fahrplan gequetscht. Gleichzeitig versucht die SBB, Fahrgäste mit Sonderangeboten aus der Hauptverkehrszeit heraus zu locken, so dass diese in weniger stark frequentierten Zügen reisen. Hoffen wir, dass möglichst viele Reisende diesem Lockruf folgen. :)

    Trotzdem würde es mich natürlich interessieren: Wie würdet ihr das Problem mit den “gut gefüllten” Zügen entschärfen? Bin gespannt auf eure Vorschläge! ;-)

    Gruss aus dem fernen Bündnerland, von einem SBB-Mitarbeiter, der auch mit seinem Namen zu seinem Kommentar stehen kann. :)

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  14. hosae.ch sagt:

    @Andreas Hobi:
    Vielen Dank für deinen doch sehr ausführlichen und aussagekräftigen Kommentar. Nett auch von einem Mitarbeiter der SBB selbst kommentiert zu werden, würde mich noch interessieren wie du auf meinen Blog gestossen bist!? Täglich am SBB googlen!? :)

    Dass das Bahnnetz überlastet ist, ist schon ewig bekannt. Massnahmen dagegen zu ergreifen sicher schwierig. Das Ausfälle bei dieser Auslastung vorkommen muss akzeptiert werden, jedoch sollten Lautsprecherdurchsagen im Zuge auch eingehalten werden! Du als Zugbegleiter kannst dir selber ein Bild davon machen wie ein NINA-Zug aussieht nachdem dort Leute aus einem InterCity-Zug reingestürmt sind. Es wurde nie erwähnt, dass 10 Minuten später ein weiterer IC-Zug einfährt und über Belp nach Bern verkehrt.

    Komunikationsfluss ist bei solch einem Fall das Wichtigste. Sowas sollte kurz nach der Personen- und Fahrzeugsicherheit eingestuft werden und ziemlich gut abgesprochen bzw. geplant und ausgetüftelt sein.

    Zu den überfüllten Zügen eine Lösung zu finden ist sicher schwierig. Da der Platz an den Bahnhöfen beschränkt ist und auch die Zukompositionen an der Kapazitätsgrenze knabbern sollten zuerst einmal weniger 1. Klasswagons angehängt werden, oder wenigstens freigegeben werden sobald die 2. Klasse wirklich überfüllt ist. Würde mich einmal interessieren an wem die SBB mehr verdient; an den pendelnden 2.Klassfahrer oder den “ich-brauch-meine-Ruhe-und-mein-eigenes-Abteil” 1. Klassfahrer…!?

    Freundliche Grüsse ins Bündnerland und nochmals dankeschön für deinen Kommentar.

    AntwortenAntworten
  15. Andreas Hobi sagt:

    Naja, für etwas gibt es ja schliesslich die “Google Alerts”. ;-)

    Was die Lautsprecher-Durchsagen anbelangt, muss ich dir ganz klar zustimmen. Für genau solche Dinge sind wir ja schliesslich auf dem Zug und es ist unser Job, diese Durchsagen zu machen!

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie ein Regionalzug aussieht, nachdem die Fahrgäste eines Intercity auf ihn umgestiegen sind; aber auch hier: Woher soll man so plötzlich einen längeren Zug nehmen? Ok, man hätte auf den späteren IC hinweisen können, aber das ging im Trubel dann wohl unter oder die entsprechende Durchsage wurde von den Reisenden nicht gehört…

    Doch nochmals: Die SBB versucht wirklich, ihre Fahrgäste so gut wie möglich zu informieren und die Kundeninformation ist eine Sache, um deren Verbesserung sich SBB-Chef Andreas Meyer persönlich kümmert. (Betriebslage-Bildschirme in grösseren Bahnhöfen, Echtzeit-Fahrplan im Internet, Weiterbildung für SBB-Mitarbeiter, etc.)

    An einem vollen Erstklasswagen verdient die SBB meiner Meinung nach rund 20 Prozent mehr als an einem vollen Zweitklasswagen. Da die erste Klasse jedoch selten voll ist, denke ich, liegen die Einnahmen der beiden Klassen bei Pendlerzügen in etwa gleich hoch. Ausserhalb der Hauptverkehrszeit reisen dann deutlich mehr Zweit- als Erstklässler, so dass die SBB dort in der 2. Klasse mehr verdient. Sind jedoch nur Schätzungen von mir, also keine offiziellen Zahlen.

    Die meisten Zugbegleiter geben die erste Klasse frei, sobald die zweite Klasse voll ist. “Voll” heisst jedoch nicht, dass in jedem Abteil bereits drei Personen sitzen, sondern dass wirklich JEDER Platz besetzt ist. So etwas erlebe ich pro Jahr 1-2 Mal, mehr nicht; und meistens auch nur, weil ein anderer Zug ausgefallen ist oder ein spezieller Anlass stattfindet. (Mehr zu diesem Thema findest du ansonsten auch auf meinem Blog.)

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  16. tcomic sagt:

    Ich selbst pendle nicht mehr mit dem Zug, sondern fahre wenn immer möglich mit dem Auto, da ich definitiv lieber im Stau als im Zug stehe.
    Mein Verhalten ist ökologisch bestimmt nicht sinnvoll, allerdings kann ich auf diese Art und Weise ohne allmorgentlichem Platzkampf und “in den Zug drängelei” einigermassen entspannt zu meinem Arbeitsplatz gelangen.
    Im grossen und ganzen habe ich überhaupt nichts gegen den ÖV – einfach nicht in der Rush houer.

    Das Problem der SBB sehe ich schon: mehr Züge wären die Lösung – zu wenig Kapazitäten die Antwort! Daher wird der “Status quo” wohl noch eine Weile andauern (neue Infrastruktur lässt sich halt nicht von heute auf morgen bauen und in der Schweiz schon drei mal nicht)!
    Aber schon im Vergleich zur DB (Deutsch Bahn) ist die SBB und Co. bestimmt 1000% pünktlicher ;-)

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  17. skaterli sagt:

    hehe zum glück hani ds problem nie!!!!
    shit happens ok i wär ou ni ines sones gstunk ine!
    de chunt mr dr tag i sinn woni vo bümpliz uf gümlige bi aues fou u i quetscht hey shit ds isch schlimm gsie kene het ine oder use chönne :)

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